MKS-Fälle: Ungarn und Slowakei sorgen sich um Auswirkungen

In Ungarn und der Slowakei wurden in den vergangenen Wochen mehrere Fälle der Maul- und Klauenseuche festgestellt
In Ungarn und der Slowakei wachsen die Sorgen um die Auswirkungen der MKS-Fälle. So wollen die Behörden nun genauer bislang nicht gemeldete Hinterhofhaltungen von Rindern und Schweinen erfassen. Laut dem slowakischen Premierminister Robert Fico ist es bislang zwar unmöglich, die Schäden abzuschätzen, sie könnten aber astronomische Werte
erreichen. Die in Ungarn eingerichtete Sperrzone reicht außerdem schon bis nach Österreich herein, berichtet Agra Europe.
In Ungarn und der Slowakei hat es in der vergangenen Woche weitere Fälle von Maul- und Klauenseuche (MKS) gegeben. Dadurch sind in den Ländern die Sorgen gewachsen, etwa um den Handel, die gesicherte Inlandsversorgung mit Fleisch und Milch sowie um die Seuchenbekämpfung. Nicht zuletzt ist die MKS durch die jüngsten Fälle näher an Österreich herangerückt.
Sperrzone in Ungarn reicht bis nach Österreich hinein
Letzte Woche Dienstag (25.3.) bestätigten die Behörden in Ungarn einen Fall in einem Betrieb mit 3.000 Rindern in Level. Der Ort ist knapp 8 Kilometer entfernt von der Grenze zu Österreich. Dementsprechend reicht die eingerichtete Sperrzone bis nach Österreich hinein. Die Abstände zu den weiteren Ausbruchsorten in Ungarn und der Slowakei betragen 40 Kilometer beziehungsweise 25 Kilometer. Insgesamt verzeichnet Ungarn jetzt zwei MKS-Fälle.
Ebenfalls am Dienstag berichteten die Behörden in der Slowakei von einem vierten MKS-Fall im Land. Der betroffene, 270 Rinder umfassende Tierbestand befindet sich wie die übrigen drei slowakischen Seuchenherde im Bezirk Dunajska Streda und innerhalb der bereits eingerichteten Überwachungszone.
Wichtige Handelspartner stoppen Importe
Der slowakische Premierminister Robert Fico zeigte sich auf einer Pressekonferenz besorgt. Zwar sei es bislang unmöglich, die Schäden abzuschätzen. Sie könnten aber astronomische Werte
erreichen. Die Slowakei und Ungarn fürchten Handelsbeschränkungen für Vieh und Fleisch. Diese wurden bereits von mehreren Ländern umgesetzt, darunter wichtige Handelspartner wie Polen, Österreich und die Türkei. Auch wenn Agrarprodukte nicht zu den wichtigsten Exportgütern der Slowakei und Ungarns zählen, können diese Beschränkungen zum Beispiel Ungarns Schweinefleischexporteure hart treffen. Sie haben laut Zahlen der ungarischen Regierung in den ersten fünf Monaten 2024 insgesamt 70.000 Tonnen Schweinefleisch im Ausland geliefert. Fico schließt zudem nicht aus, dass das Seuchengeschehen zu einer Verknappung von Milch und Fleisch im Inland führen könnte.
Nicht gemeldete Tierbestände problematisch
Landwirtschaftsminister Richard Takác berichtete am Donnerstag, dass die EU-Kommission die Professionalität und Schnelligkeit der slowakischen Schutzmaßnahmen gelobt habe. Die Slowakei hat, ebenso wie Ungarn, unter anderem Schutzzonen eingerichtet sowie Tiertransporte, die Weidetierhaltung und Jagden verboten.
Gleichzeitig räumte Takác ein, dass nicht gemeldete Tierbestände ein ernstes Problem im Kampf gegen die Seuche seien. In Ungarn werden laut der Regierung derzeit die Tiere in Hinterhofhaltungen in der Schutz- und Überwachungszone gezählt. Die Halter sind angehalten, MKS-anfällige Tiere zu schlachten, allerdings nach einer Probenahme. Offiziell gibt es gemäß der Statistik der EU-Kommission in Ungarn 2,802 Millionen Schweine und 870.000 Rinder. In der Slowakei sind es 414.000 Schweine und 417.000 Rinder.