01.04.2025rss_feed

MKS-Ausbrüche in Ungarn und Slowakei: FLI mahnt auch in Deutschland zur erhöhten Wachsamkeit

In Ungarn und der Slowakei wurden in den vergangenen Wochen mehrere Fälle der Maul- und Klauenseuche festgestellt

In Ungarn und der Slowakei wurden in den vergangenen Wochen mehrere Fälle der Maul- und Klauenseuche festgestellt

Vor dem Hintergrund der aktuellen Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche (MKS) bei Rindern in Ungarn und der Slowakei mahnt das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auch in Deutschland zu erhöhter Wachsamkeit und strikter Biosicherheit. Zwei Ausbruchsorte liegen grenznah zu Österreich, von einer weiteren Ausbreitung ist laut FLI auszugehen.

 

In den vergangenen Wochen wurden in Ungarn und der Slowakei mehrere Fälle von Maul- und Klauenseuche (MKS) gemeldet. Seit Anfang März waren bis jetzt in Ungarn zwei Ausbrüche und in der Slowakei fünf Ausbrüche bei Rindern nachwiesen worden. Insgesamt sind mehrere tausend Tiere von der Tierseuche betroffen. Vor diesem Hintergrund ruft das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) dringend dazu auf, auch in Deutschland bei klinisch auffälligen Klauentieren immer auch die MKS labordiagnostisch ausschließen zu lassen.

 

Erhöhte Wachsamkeit geboten

Das FLI mahnt Tierhalter, betreuende Tierärzte und Amtstierärzte, bei Klauentieren verstärkt auf Symptome wie Fieber, Speicheln, Läsionen im Bereich des Mauls und der Nase, an den Zitzen und Klauen sowie auf Lahmheiten zu achten. Häufig sei es nicht möglich, MKS nur anhand des klinischen Bildes sicher auszuschließen. Gewissheit könne nur eine Ausschlussuntersuchung mittels PCR geben, die an allen Untersuchungseinrichtungen der Länder durchgeführt werden kann.

 

Verbreitung über größere Distanzen möglich

Das FLI rechnet damit, dass sich die MKS bei dem aktuellen Tierseuchengeschehen weiter ausbreiten wird. Zwei Ausbrüche lägen bereits grenznah zu Österreich, so dass für kleinere Regionen in Österreich bereits Restriktionen und erhöhte Überwachungen angeordnet wurden. Der Eintragsweg sei in allen Fällen bisher unbekannt, die Untersuchungen und Bekämpfungsmaßnahmen dauern an. Eine Einschleppung des MKS-Virus über größere Distanzen sei unter anderem auch durch kontaminierte Lebensmittel möglich, Fälle könnten daher jederzeit auch in vom aktuellen Geschehen weit entfernten Regionen auftreten. Das FLI appelliert dringend an Reisende, keine Rohmilchprodukte und auch keine Produkte, die nicht vollständig durcherhitztes Fleisch enthalten, aus MKS-betroffenen Regionen mitzubringen. Speiseabfälle müssen zudem generell sachgerecht entsorgt werden, sodass Tiere keinen Zugang dazu haben.

 

Keine weiteren MKS-Fälle in Deutschland

Deutschland unterstützt beide betroffenen Länder mit Impfstoff. Ein Teil des Impfstoffes, der nach dem Ausbruch in Brandenburg im Januar beschafft, aber nicht eingesetzt wurde, wird jetzt in Ungarn und der Slowakei verwendet. Die in Ungarn und der Slowakei festgestellten MKS-Viren sind zwar auch vom selben Serotyp, aber genetisch eindeutig vom im Januar in Brandenburg aufgetretenen Virus zu unterscheiden. In Brandenburg blieb der Ausbruch auf eine einzelne Wasserbüffelherde mit 14 Tieren beschränkt, es kam zu keiner weiteren Ausbreitung.

 

Informationsreihe: Keine Kompromisse bei der Biosicherheit – Das müssen Schweinehalter beachten!​

Auch wenn Ungarn und die Slowakei auf den ersten Blick von Deutschland weit entfernt sind, sind damit trotzdem zwei EU-Staaten betroffen und insbesondere mit Ungarn gibt es einen regen Handelsaustausch. Für Schweinehalter ist daher – wie schon aufgrund der Afrikanischen Schweinepest und des MKS-Ausbruchs in Brandenburg vom Anfang des Jahres – weiterhin höchste Achtsamkeit geboten und eine bedingungslose Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen bleibt nach wie vor essentiell. Welche Maßnahmen zum Schutz der Schweine vor biologischen Gefahren erforderlich sind und wie diese umgesetzt werden können, erläutern wir in unserer Informationsreihe Keine Kompromisse bei der Biosicherheit – Das müssen Schweinehalter beachten!​ Die ersten beiden Teile wurden bereits veröffentlicht, weitere folgen in den nächsten Wochen.


Keine Kompromisse bei der Biosicherheit – Informationsreihe startet

Inforeihe Biosicherheit Teil 1 - Zutrittsbeschränkungen und Einfriedung

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